FINA Masters World Championships - Montreal

Beste Laune in MontrealMenschenmassen, unzureichende Sanitäranlagen und chaotische Organisation sind eigentlich nicht das, was wir als schönen Wettkampf bezeichnen. Der frankophile Charme Montreals macht jedoch vieles wett. Und wenn wir dann im Olympiapark eine wirklich schöne Eröffnungsveranstaltung mit einer grandiosen Show aus Licht und Wasser erleben durften, hat wohl so mancher an seine olympischen Erlebnisse denken müssen. Sei es als Kind vor dem Fernseher oder irgendwann mal als Sportler – es war ein tolles Erlebnis unter dem Olympiaturm von Montreal. Und so können wir die kleinen Unzulänglichkeiten nur zu gut verkraften, wenn wir zudem auf die Skyline von Downtown blicken, den St. Lorenz Strom unter uns sehen oder mit dem Rad über die Formel 1 Strecke düsen.

Olympisches Feeling

Dort steht auch eines der Wettkampfbecken, in denen von morgens bis in den späten Abend um Medaillen geschwommen wird. Für Rückkehrer Ben ging es am ersten Tag jedoch im Hauptpool zur Sache. Im Parc Jean Drapeau auf der Île Sainte-Hélène, einem wunderschönen Park umgeben vom St. Lorenz Strom, haben wir das, was wir in Rostock so schmerzlich vermissen: Ein Freibad mit drei Becken. Optimale Bedingungen für Schwimmer, Synchronschwimmer(innen) und Wasserspringer. Leider nicht ganz für Ben, der sich so viel vorgenommen hatte und dann mit dem bitteren vierten Platz über 100 Meter Freistil zufrieden sein musste. Aber Kopf hoch, es gibt ja noch ein paar Chancen.

Die nächsten heute für Angela und Uta im Parc Jean Drapeau, währen die „Buben“ auf der Île Notre-Dame starten. Wo sonst die Trailer des Formel 1 Zirkus parken, haben die Organisatoren einen 50 Meter Pool installiert. Sieht lustig aus, ob’s auch schnell ist, werden wir am Dienstagabend wissen.

Wir sind Weltmeister!

Angela vor dem Start

Also das sind wird ja schon seit dem Finale von Rio. Aber nun hat die HSG Uni Rostock eine Weltmeisterin: Angela war in 33:34 Sekunden schnellste über 50 Meter Schmetterling in der Altersklasse 60-65. Herzlichen Glückwunsch!

Bei den Herren wurde Ben – hier steht er liebevoll als Heinz in Protokollen – Fünfter über die gleiche Distanz in 30:19 Sekunden. Die Jungspunde im Team nutzen die 50 „Schmett“ als Warm-Up für die Staffeln am Donnerstag. Dabei sprangen die Plätze 9 für Nils (28:08), 12 für Lars (28:64) und 31 für Henry (30:06) heraus.

Das Ganze als Warm-Up zu bezeichnen trifft umso mehr zu, als die Wettbewerbe in dem temporären Pool auf der Île Notre-Dame stattfanden. Als Formel 1 Fan würde ich jetzt schreiben, dass wir wie die Boliden vor dem Start aufgereiht wurden, um dann die Wellen des Pools mit Höchstgeschwindigkeit zu durchpflügen. Als Sportler kam ich mir allerdings vor, wie Schlachtvieh vor dem Ende eines kurzen Lebens. Vor dem Start wurden wir durch immer enger werdende Gitter in Zelt geleitet, wo die Läufe aufgerufen wurden. Es war eng, hektisch und dann auch irgendwie schnell vorbei. Klar, bei so vielen Startern – es gab allein bei den Herren 98 Läufe – muss straff organisiert werden, aber vielleicht sollte es doch härtere Normzeiten und dafür weniger Teilnehmer geben. Das würde zumindest würdigere Wettkämpfe erlauben. Ob diese dann noch finanziert werden können, steht auf einem anderen Blatt.

Sei’s drum, wir haben unsere Erfolge jedenfalls mit einem sehr gemütlichen Abend bei Pasta, Bier und Wein im Hotel gefeiert. Da waren die Unzulänglichkeiten der Veranstaltung längst vergessen.

DIE Staffel

Mission erfüllt - alle sind glücklich

Schon 25 Meter vor dem Ziel war deutlich zu sehen, dass die Rostocker Masters mit der Silbermedaille in der Königsstaffel über 4x50 Meter Freistil in Hansestadt zurückkehren würden. Die erträumte Medaille war also geschafft, der insgeheim erhoffte Weltmeistertitel allerdings nicht. Der ging an das Team aus Minnesota, das uns deutlich überlegen war. Zumindest in Material und Aufwand, denn die US-Boys gingen von Kopf bis Fuß rasiert und in High-Tech-Hosen in den Pool in Montreal. Soweit wollten wir es dann doch nicht treiben. Bei uns blieb der Pelz auf der Brust und das Material war das Gleiche, mit dem wir auch vor mehr als zwanzig Jahren um olympische Medaillen geschwommen sind. Geht also auch so.

Abschluss mit Stil

Kontakt

HSG Uni Rostock
Abteilung Schwimmen

Ulmenstraße 6
18057 Rostock

Tel: +49 (381) 4907600
 

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